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Historische Bildbespielung Falkenburg

Sags sorgfältig.

Fotografie von Friedrich Hasselbrink, zwischen 1892 und 1895, Leihgabe von Daniel Studer

Der Blick von der Falkenburg schweift über den westlichen Teil der Stadt. Im Zentrum steht die Kirche St. Leonhard, die zwischen 1885 und 1887 erbaut wurde. Direkt dahinter erhebt sich die Reithalle, die bis heute erhalten geblieben ist. Daran schliessen das Zeughaus und die 1876/77 errichtete Infanteriekaserne mit ihrem weitläufigen Exerzierplatz an. Kaserne und Zeughaus verschwanden 1980 im Zuge des Autobahnbaus. Ganz rechts liegt das Bahnhofareal.

Fotografie von Friedrich Hasselbrink, zwischen 1892 und 1895, Leihgabe von Daniel Studer

Der Blick richtet sich auf den Rosenberg, der damals erst locker mit Villen bebaut war. Links der Bildmitte erhebt sich auf der Hügelkuppe das Fehr’sche Schlössli, das bis heute das Quartier prägt. In gerader Linie den Hang hinunter ist bei den Gleisen das ehemalige Zoll- und Lagerhaus zu erkennen. An seiner Stelle befindet sich heute der Hauptbahnhof St.Gallen. Die Wohnhäuser im linken Bildvordergrund entstanden zwischen 1870 und 1880 im Zuge der Entwicklung des Bahnhofsquartiers. Nur wenige dieser Bauten sind heute rund um die Vadian- und Davidstrasse noch erhalten.

Fotografie von Friedrich Hasselbrink, zwischen 1892 und 1895, Leihgabe von Daniel Studer

Der Blick führt über die Altstadt hinauf zu den damals noch locker bebauten Hängen oberhalb der Stadt. Über dem Turm der St. Mangen-Kirche ist im Bildmittelgrund das Waisenhaus Girtannersberg zu erkennen. Die Ortsbürgergemeinde liess das Gebäude 1889/90 errichten; 1973 wurde es abgebrochen. Die offene Fläche links davon blieb damals noch unbebaut. Heute befindet sich dort der Campus der Universität St.Gallen.

Fotografie von Friedrich Hasselbrink, zwischen 1892 und 1895, Leihgabe von Daniel Studer

Vom heutigen Vadianweg fällt der Blick über Wiesen und Obstbäume hinunter auf die Stadt. Am linken Bildrand steht die Falkenburg. Direkt dahinter ist der Gaskessel des ehemaligen Gaswerks an der Steinachstrasse zu erkennen. Es folgen die markanten Gebäude des Kantonsspitals entlang der Rorschacher Strasse. Kurz vor der Kirche St. Fiden liegt rechts der Strasse das Bürgerspital der Ortsbürgergemeinde, das bis heute als längstes Gebäude der Stadt gilt. Auffallend ist zudem die weite, noch unbebaute Fläche des Grossackers. Heute stehen dort das ehemalige Kinderspital, ein Einkaufszentrum und der Silberturm.

Blick vom Turm der St. Leonhardskirche, um 1887/1888 Kantonsbibliothek Vadiana VSRG 20046

Vom Turm der St. Leonhardskirche fällt der Blick über das damals rasch wachsende Quartier westlich des Bahnhofs. Im Bildvordergrund quert die St. Leonhard-Strasse die Bahngleise noch niveaugleich; dieser Übergang verschwand erst 1900. Entlang der einspurigen Bahnlinie stehen der Güterbahnhof und das Lagerhaus. Hinter der Kreuzung befindet sich der Steinmetzbetrieb von Cyril Anton Buzzi. Gut sichtbar ist auch das zwischen 1885 und 1887 errichtete Schulhaus St. Leonhard mit seiner Turnhalle. Dahinter erstrecken sich die neuen Arbeiterwohnhäuser rund um die Farbgut- und Felsenstrasse. Im Hintergrund zeichnen sich der Freudenberg und die Falkenburg am Horizont ab.

Holztransport am Bernegghang, im Hintergrund der Scheffelstein, Winter 1940

Seit Jahrhunderten liefern die Wälder am Bernegghügel Holz für die Stadt. Der Wald am Nordhang wurde bereits im 14. Jahrhundert während der Appenzellerkriege teilweise gerodet, um feindliche Truppen – appenzellische wie fürstäbtische – frühzeitig erkennen zu können. Die freigelegten Flächen entwickelten sich in der Folge zu einer der wichtigsten Allmenden für das Vieh der St.Galler Bevölkerung, während der dahinterliegende Wald weiterhin als Holzlieferant diente. Als gemeinschaftlich genutzter Besitz der ehemaligen Stadtbürgerinnen und Stadtbürger pflegt die Ortsbürgergemeinde die Wiesen und Wälder bis heute. Sie dienen der Bevölkerung als Erholungsraum und liefern zugleich Holz für nachhaltiges Bauen und Heizen.

Holzer im Berneggwald, Winter 1940

Gemeinsam draussen zu essen und zu trinken gehörte für die Holzer im Berneggwald zum Arbeitsalltag – auch an kalten Wintertagen. Vor den Männern steht eine mit Bast umflochtene Glasflasche, wie sie damals häufig für Most oder Wein verwendet wurde. Das Geflecht schützte das Glas beim Transport durch Wald und Gelände. Die Korbflasche ist aus dem Alltag verschwunden. Geblieben sind Most und Wein, die sich heute in der Falkenburg deutlich bequemer geniessen lassen.

St.Gallen, Winter auf Dreilinden: Blick auf die Falkenburg, zwischen 1920 und 1925

Die tief stehende Wintersonne streift den Dreilindenweg, Ausgangspunkt für eine Schlittenfahrt über den verschneiten Hang. Im Westen erhebt sich auf dem Bernegghügel die Falkenburg. Das stattliche Gebäude diente im 17. und 18. Jahrhundert mehreren Bürgermeistern als Sommersitz. Im Winter hingegen kehrte dort Ruhe ein; die Falkenburg stand in der kalten Jahreszeit leer.

St.Gallen, Falkenburg: Blick auf den See, undatierte Aufnahme

Der Blick von der Falkenburg reicht weit über die Stadt bis zum Bodensee. Hier beobachtete der Bürgermeister und Universalgelehrte Vadian im Sommer 1531 gemeinsam mit Freunden einen Kometen. Unter dem Nachthimmel sprachen sie über Astronomie und über die Geschichte ihrer Stadt. Die Aussicht macht bis heute sichtbar, was St.Gallen seit Jahrhunderten prägt: die enge Verbundenheit mit der Bodenseeregion.

St.Gallen, Bernegg: Falkenburg, 1904

Die Falkenburg zählt zu den ältesten noch erhaltenen Gebäuden St.Gallens. Der Bürger Heinrich Hochrütiner liess sie 1497 als Landsitz errichten. 1660 ging das damals als «Bürgli» bekannte Anwesen in den Besitz der Stadt über und diente fortan den Bürgermeistern als Sommersitz. Zur Liegenschaft gehörten neben dem Wohnhaus auch ein Bauernhaus mit Scheune sowie ausgedehnte landwirtschaftliche Flächen, die vom Heiliggeist-Spital bewirtschaftet wurden. Die Aufnahme von 1904 zeigt die Falkenburg noch als stattlichen Landsitz inmitten ihres historischen Baumbestands.

St.Gallen, Bernegg: Restaurant Falkenburg, zwischen 1915 und 1920

Die Aufnahme zeigt die Falkenburg mit der 1888 erbauten Trinkhalle, die bis heute das Herzstück des Restaurants bildet. Nachdem die Ortsbürgergemeinde das Anwesen 1884 übernommen hatte, entwickelte sich die ehemalige Schenke schrittweise zu einem Ausflugsrestaurant. Mit dem Bau des Wintergartens im Jahr 2002 wurde der Ganzjahresbetrieb möglich. Die Renovations- und Umbauarbeiten von 2024/25 knüpften an die historische Bausubstanz an und betonten die ursprüngliche Gestaltung der Trinkhalle.

St.Gallen, Bernegg: Höhen-Restaurant Falkenburg, zwischen 1925 und 1930

Die Falkenburg mit Trinkhalle und «Bürgli» wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches Riegelhaus. Bauarchäologische Untersuchungen des 1497 errichteten Gebäudes zeigen jedoch, dass der sichtbare Riegel lediglich auf die Fassade aufgesetzt wurde. Die Bauweise entspricht damit jener traditioneller Bauernhäuser im südlichen Stadtgebiet und im Appenzellerland. Die Falkenburg steht damit beispielhaft für die Verbindung von städtischer Baukultur und regionaler Bautradition.

Falkenburg, undatierte Aufnahme

Die Falkenburg wird seit 1855 als Gastwirtschaft genutzt und gehört damit zu den ältesten Restaurants St.Gallens. Ihren heutigen Namen erhielt sie vom ersten Wirt, einem Fabrikanten aus Richterswil. Das Gebäude selbst ist jedoch deutlich älter. Über Jahrhunderte war es als «Hochrütiners Bürgli» bekannt, später auch als «Rotes Haus», benannt nach seinem roten Sichtriegel. Nach dem Brand von 2017 nutzte die Ortsbürgergemeinde die notwendige Totalsanierung, um neben dem Restaurant auch ein kleines Hotel mit vier Zimmern sowie Seminarräume einzurichten.

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